Therapiemöglichkeiten
Potenzprobleme sind nur in den wenigsten Fällen psychisch bedingt. Bei einer organisch bedingten erektilen Dysfunktion (ED, Impotenz), unter der über drei Viertel aller Patienten leiden, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten.
- Orale medikamentöse Therapie
- Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)
- Intraurethrale Applikation von Prostaglandin E1 (MUSE)
- Vakuumpumpe
- Gefäßoperationen am Penis
- Plastische Penisoperationen bei Penisverbiegungen
- Implantation hydraulischer und biegsamer Penisprothesen
Medikamentöse Therapie
Bei der Therapie durch Medikamente sind vor allem die PDE-5 Hemmer Viagra, Cialis und Levitra bekannt. Viagra® enthält den Wirkstoff Sildenafil, Cialis® den Wirkstoff Tadalafil, Levitra® den Wirkstoff Vardenafil. Alle drei Medikamente wirken sehr gut, verursachen aber auch bei vielen Patienten teils starke Nebenwirkungen. Die Medikamente müssen vom Arzt (dem Urologen als Facharzt) verschrieben werden. Die Wirkung setzt abrupt cirka 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme der “blauen Pille” ein und nimmt dann relativ schnell wieder ab.
Rezeptfreie wirksame Alternative: Eine immer weiter steigende Zahl an Urologen versucht daher zunächst, die Impotenz mit natürlichen Mitteln zu behandeln. Erstes Mittel der Wahl sind Präparate mit der natürlichen Aminosäure L-Arginin. Diese Mittel sind rezeptfrei und auch in deutschen Apotheken erhältlich – was für die Seriösität dieser Produkte spricht. Das stärkste Produkt aus der Kategorie der Potenzmittel mit L-Arginin ist “amitamin Vitalität M forte”. Immer noch 60% desselben Wirkstoffes enthält das Produkt “Euviril”, ebenfalls in Apotheken erhältlich. Die Wirkung dieser Produkte ist nicht so stark wie bei PDE-5 Hemmern, aber dafür dauerhaft und ohne Nebenwirkungen. Das Mittel muß regelmässig eingenommen werden, idealerweise morgens und abends, und zeigt bei cirka der Hälfte aller Patienten eine sehr gute Wirkung (zum Vergleich: Viagra zeigt bei 69% aller Patienten eine sehr gute Wirkung). Hochdosiertes L-Arginin wird ebenfalls zur Verbesserung der Fruchtbarkeit des Mannes genommen, da durch die Einnahme die Menge, Beweglichkeit und Qualität der Spermien deutlich zunimmt.
Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)
Die Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT) gibt es seit 1984. Sie ist oft angezeigt, sofern die medikamentöse Therapie nicht erfolgreich ist. Dabei wird eine vasoaktive Substanz (Alprostadil (PGE1), Caverject® oder Viridal®) durch den Patienten selbst in den Schwellkörper mittels einer Spritze direkt vor dem Geschlechtsverkehr injiziert. Diese Therapie bedarf der engen Begleitung durch den Urologen. Früher aufgetretene Probleme durch Verknorpelungen scheinen Vergangenheit zu sein. Etwas 5-10 Minuten nach der Injektion versteift sich das Glied komplett und dauert je nach Dosierung bis zu 2 Stunden an.
Prostaglandin (MUSE) Verfahren
Die Abkürzung MUSE steht für “Medicated Urethral System for Erection”. Das MUSE Verfahren stammt aus den USA und wurde in Deutschland 1999 zugelassen. Dabei wird eine vasoaktive Substanz vor dem Geschlechtsverkehr in die Harnröhre eingeführt. Im Vergleich zur SKAT Therapie kann bei diesem Verfahren auf die Spritze verzichtet werden. Vor allem bei Patienten, für die PDE-5 Hemmer wegen ihrer Nebenwirkungen nicht geeignet sind und bei Schädigungen der Nerven ist dieses Verfahren angezeigt.
Vakuumpumpe
Eine Vakuumpumpe, die zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED, Impotenz) eingesetzt wird, besteht aus:
- Plastikzylinder
- Hand- oder Elektropumpe
- Gummiringen in verschiedenen Größen
Dazu führt der Mann sein Glied in den meist durchsichtigen Zylinder ein und pumpt dann die Luft aus der Plastikglocke. Der Unterdruck führt dazu, dass Blut in die Schwellkörper des Penis transportiert wird. Der Penis erigiert. Um den Erektionszustand aufrecht zu erhalten, nachdem die Vakuumpumpe abgenommen wird, muss nun zunächst ein Gummiring über die Peniswurzel gestreift werden. Nun kann der Unterdruck abgebaut werden, indem ein Ventil geöffnet wird. Der Plastikzylinder kann abgenommen werden. Nach rund 30 Minuten sollte der Ring wieder abgenommen werden, damit der Penis mit frischem Blut versorgt werden kann.
Die Vakuumpumpe wird bei Erektionsstörungen eingesetzt, wenn die medikamentöse Therapie nicht helfen kann. Der größte Vorteil ist, dass kein operativer Eingriff notwendig ist. Das Verfahren ist daher deutlich sicherer als z.B. die Penisprothese. Allerdings ist die Vakuumpumpe sehr umständlich und nicht gerade die Stimmung fördernd. Die Erektion ist zudem nicht vollsändig, sondern nur jenseits des Gummirings. Hinter dem Gummiring, an der Peniswurzel, ist das Glied nicht erigiert und kann abknicken.
Gefäßoperation am Penis
Bei einer schweren Störung der Gefäße, insbesondere bei erhöhtem Blutabfluss aus dem Penis, kann eine Operation der Gefäße angezeigt sein. Wenn ein erhöhter Abfluss von Blut die Ursache der erektilen Dysfunktion ist, so kann durch Trennung der Venen der Blutabfluss aus dem Penis gemindert werden. Leider erweitern sich nach wenigen Jahren oftmals andere Venen des Patienten, so dass der Rückstrom wieder erhöht ist. Gefäßoperationen werden nur relativ selten durchgeführt.
Plastische Penisoperationen (Korrektur von Penisverbiegungen)
Bei Verbiegungen des Penis können Korrekturen operativ durchgeführt werden. Diese Form der erektilen Dysfunktion ist schwer allgemein zu beschreiben, Betroffene sollten sich an einen anerkannten Spezialisten der Urologie wenden.
Implantation von Penisprothesen
Für die Fälle, in denen eine der oben genannten Therapien der Impotenz nicht wirken, sind Implantate in den Penis möglich. Dies betrifft rund ein Zehntel aller Patienten mit erektiler Dysfunktion. Es gibt sogenannte biegsame Implantate und hydraulische Penisimplantate. Die biegsamen Penisimplantate sind von den Kosten zwar geringer (aber immer noch mehrere Tausend Euro hoch), aber haben den NAchteil, dass der Penis dauerhaft steif ist. Bei hydraulischen Penisimplantaten ist das Implantat aufblasbar. Eine Pumpe wird dabei im Hodensack unsichtbar angebracht. Ein Flüssigkeitsreservoir im Hodensack wird mittels eine tastbaren Knopfes bedient. Dadurch wird mit einer Pumpe Flüssigkeit in das Implantat, dass in den Penis hinein operiert ist, gepumpt. Somit entsteht die Erektion. Wegen der hohen Kosten (insgesamt an die 10.000 Euro) und der relativ hohen Reparaturanfälligkeit werden in Deutschland weniger als 1000 Penispumpen pro Jahr eingepflanzt.
Disclaimer: Die Informationen sind sorgsam recherchiert und von Fachleuten geschrieben. Sie können in keinem Fall eine ärztliche Beratung ersetzen, denn nur der Arzt kann die individuelle Situation richtig beurteilen. Die Informationen sind deshalb nicht zur eigenen Therapie oder Beratung gedacht und geeignet.

Ich schreib mal den ersten Kommentar hier. Sehr schöne Übersicht. Jetzt würde ich aber noch gern wissen wie ich nen ordentlichen Arzt finde. Ich wohn in Hannover. Hat jemand einen tip? Danke.